Heimatforschernetz Burgenlandkreis
Der Burgenlandkreis hat durch Bergbau und Industrie tiefgreifende Transformationen erfahren: Orte wurden umgesiedelt und ganze Landstriche maßgeblich verändert. In diesem anhaltenden Wandel gehen auch Wissensbestände schnell verloren – weil niemand mehr weiß, was alte Fotos zeigen, weil eine Chronik bei einer Haushaltsauflösung verschwindet, weil ein Generationswechsel auch oft einen Wissensverlust bedeutet. Dabei ist die Region noch reich an Zeugnissen, die genau diesen Wandel festhalten: Fotos, Postkarten, Aufzeichnungen, Chroniken – die Erinnerungen ganzer Generationen. Viele dieser Quellen schlummern bis heute in Kellern, Archiven und Privatbeständen und sind oftmals weitestgehend unerschlossen. Ohne gezielte Sicherung drohen sie unwiederbringlich verloren zu gehen.
Genau hier setzt das Heimatforschernetz Burgenlandkreis an. Es bringt Heimatforschende, Vereine und Fachleute zusammen, um diese Zeugnisse zu sichern, zu beschreiben und öffentlich zugänglich zu machen. Unsere Erschließungsarbeit konzentriert sich zunächst auf historische Fotografien und Ortschroniken aus dem Burgenlandkreis. Darüber hinaus beraten wir alle, die Tonbänder, Postkartensammlungen, Werkszeitungen oder andere Quellen bewahren möchten – und sind offen dafür, den Fokus des Vorhabens kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Ausgangspunkt unseres Projekts bilden historische Fotografien – allen voran der Bestand aus dem Bergbaumuseum Deuben. Mehrere tausend Aufnahmen aus dem industriellen Alltag und dem Leben in der Region warten darauf, gesichtet, beschrieben und digital verfügbar gemacht zu werden. Sie zeigen die Landschaften, Gerätschaften und Werktätigen des Bergbaus, aber auch Orte der Region, gesellschaftliche Anlässe und Feiern – es sind wichtige Zeugnisse, in denen sich Sozial-, Alltags- und Industriegeschichte verschränken.
Bilder: Heimatverein Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier e.V. / Bergbaumuseum Deuben
Bürgerwissenschaftlicher Ansatz
Citizen Science – also bürgerwissenschaftliches Arbeiten – bedeutet, dass Forschung nicht ausschließlich von Fachleuten betrieben wird. Interessierte Laien, Ehrenamtliche und Menschen mit lokalem Wissen wirken aktiv daran mit, historische Quellen zu erschließen, Sachverhalte einzuordnen und tragen so dazu bei, Wissensbestände zu vervollständigen, nachhaltig zu sichern und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Wissenschaftliches Arbeiten wird dadurch offener, gemeinschaftlicher und nimmt die Erfahrungen der Menschen vor Ort stärker in den Blick. Im Heimatforschernetz Burgenlandkreis bedeutet das ganz konkret: Menschen vor Ort arbeiten mit (digitalisierten) Quellen, beschreiben z.B. Fotografien, ergänzen Hinweise, schlagen Datierungen oder Ortszuordnungen vor und teilen ihr Wissen über regionale Zusammenhänge. Oft sind es verstreuten Erinnerungen, lokalen Kenntnisse und kleinen Hinweise, die aus einem einzelnen Bild eine erzählbare Geschichte machen.
Sie forschen zur Geschichte Ihrer Heimat, beschäftigen sich mit der Industrie- und Regionalgeschichte des Burgenlandkreises oder interessieren sich für unser Projekt? Schreiben Sie uns gern, wenn Sie Fragen haben, eigene Materialien einbringen möchten, über das Projekt berichten möchten oder sich auf andere Weise mit uns vernetzen wollen.
Kontakt
Sabine Hollmann
Referentin von DOKMitt e.V. im Heimatforschernetz Burgenlandkreis
sabine.hollmann [at] dokmitt.de | 0151 17715504
Martin Ehrler
Mitarbeiter des Landesheimatbundes im Heimatforschernetz Burgenlandkreis
ehrler [at] lhbsa.de | 0179 2227945
Das Heimatforschernetz Burgenlandkreis ist ein Verbundprojekt des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt, des DOKMitt e.V. und des Heimatvereins Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier e.V. / Bergbaumuseum Deuben. Alle Projektpartner führen dabei Erfahrungen aus ihren jeweiligen Arbeitsfeldern im Rahmen des Vorhabens zusammen.
Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union finanziert. Gefördert durch die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.




