WAS WAR, WAS IST? – Fragmente einer Absicht

Erinnern an NS-Zwangsarbeit im Industriekomplex Böhlen-Espenhain

In Böhlen und Espenhain wurden in der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus mindestens 12 Ländern eingesetzt, um Treibstoffe für den deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg zu produzieren. Die Menschen arbeiteten zwischen 1939 und 1945 im Braunkohlen- und Benzinwerk der Aktiengesellschaft Sächsische Werke (ASW) und der Braunkohlen-Benzin AG (Brabag). Verschiedene Menschen mussten Zwangsarbeit leisten: dienstverpflichtete Deutsche, Justizgefangene, zivile ausländische Arbeitskräfte sowie Arbeitserziehungs- und KZ-Häftlinge. Zwischen 321 und 448 Personen überlebten die Arbeits- und Lebensbedingungen sowie die Kriegshandlungen nicht. Heute erinnert wenig an ihr Schicksal.

Eine Initiative aus GERÄUSCHKULISSE e.V. und TELESKOP – Studio for Aural Arts arbeitet nun daran, diese Lücke zu schließen. In ihrem Projekt „WAS WAR, WAS IST? – Fragmente einer Absicht“ ist eine audiovisuelle Ausstellung entstanden, die seit dem 26. August 2026 auf dem Platz des Friedens in Böhlen zu sehen ist. Beteiligte aus Wissenschaft, der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig und der Gedenkstätte Buchenwald, Künstlerinnen und Jugendliche aus mehreren Schulklassen wirkten an den Inhalten der Ausstellung mit.

Das Projekt wächst stetig weiter. Bis Ende 2026 entsteht eine Wanderausstellung, die ausgeliehen werden kann.

www.waswarwasist.de


mehr über das Projekt


Bildung

Aus dem Platz des Friedens in Böhlen ist ein Bildungsort geworden, der jederzeit besucht werden kann. Ein weiterer wesentlicher Teil des Projekts ist die Zusammenarbeit mit Schulen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Im Rahmen von Bildungstagen mit Menschen ab 14 Jahren werden historische Inhalte zum Thema NS-Zwangsarbeit in und um Böhlen/Espenhain vermittelt. Das pädagogische Team bietet verschiedene Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene an.


zu den Bildungsangeboten


Kunst

Die Künstlerinnen Johanna Benz und Sara Bock haben für die Ausstellung Grafiken und Illustrationen erstellt. Zu jedem Bild gibt es Hör-Stücke von TELESKOP und von den beteiligten Schülerinnen und Schülern. Man kann sie über QR-Codes auf den Ausstellungs-Tafeln in Böhlen oder online anhören.


zu den Bildern und Hör-Stücken


Forschung

Die Fakten in der Ausstellung stammen von verschiedenen Forschenden aus der Region. Das Projektteam hat auch nach persönlichen Geschichten, Erinnerungsstücken und Zeitzeugnissen von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region gesucht und Gespräche mit Zeitzeuginnen geführt.


zu den historischen Informationen


Besuch 

Die Ausstellung kann jederzeit und kostenfrei auf dem Platz des Friedens besucht werden. Die Audiostücke können dort über QR-Codes mit einem eigenen Smartphone angehört werden. Alle Inhalte und Audiostücke sind außerdem online unter www.waswarwasist.de zu finden.


  • Ausstellung WAS WAR, WAS IST? (Alexander Graeff)
  • Ausstellung WAS WAR, WAS IST? (Alexander Graeff)
  • Ausstellungseröffnung WAS WAR, WAS IST? (Alexander Graeff)
  • Ausstellung WAS WAR, WAS IST? (Alexander Graeff)
  • Enthüllung des Gedenkzeichens am Bahnhof Böhlen am 12.6.2026 (Alexander Graeff)
  • Gedenkzeichen am Bahnhof Böhlen (Alexander Graeff)


„WAS WAR, WAS IST? – Fragmente einer Absicht“ ist ein Projekt von GERÄUSCHKULISSE e.V. und TELESKOP in Kooperation mit DOKMitt e.V., der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und der Stadt Böhlen.


Das Projekt wird von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert sowie von Land in Sicht e.V. Ein Gedenkzeichen am Bahnhof Böhlen wurde gemeinsam mit der Stiftung EVZ im Rahmen des bundesweiten Programms MEMORAILS enthüllt.

 





Titelbild am Anfang der Seite: Fotografie der Ankunft polnischer Kriegsgefangener im Oktober 1939 am Bahnhof Böhlen © Andreas Bock.

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